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14.09.2022

Elektro- und Digitalindustrie legt erstmals wieder zu

Nach längerer Stagnation wuchsen die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Juli 2022 erstmals wieder um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bild: Pixabay – Mediamodifier

Erfreuliche Nachrichten kommen aus der Elektro- und Digitalindustrie: Hier verzeichnete man im Juli erstmals wieder einen Anstieg bei den Auftragseingängen. Grund dafür waren laut ZVEI unter anderem Großaufträge. Insgesamt erhöhten sich die Inlandsbestellungen um 19,5 Prozent; aus dem Ausland gingen 14,3 Prozent mehr Aufträge ein als noch im Vorjahr. Die Aufträge aus der Eurozone verzeichneten dabei ein Plus von 5,6 Prozent, wuchsen aber weniger stark zu als die aus Drittländern (+ 19,6 %).

Großes Plus bei Bestellungen aus Euroraum
Im Zeitraum von Januar bis Juli 2022 übertrafen die Bestellungen den Vorjahreswert um 13,3 Prozent. Hier legten die Inlandsaufträge um 11,7 Prozent und die Auslandsorders um 14,6 Prozent zu. Kunden aus dem Euroraum weiteten ihre Aufträge um 17,2 Prozent aus. Bei den Bestellungen aus Drittländern belief sich das Plus auf 13,2 Prozent.

Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter kam im Juli 2022 nur leicht um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr voran. Kumuliert von Januar bis Juli übertraf sie ihr entsprechendes Vorjahresniveau um 1,7 Prozent.

Mit 17,8 Milliarden Euro lag der nominale Umsatz der deutschen Elektro- und Digitalunternehmen im Juli 2022 dagegen um 9,5 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei fiel der Zuwachs im Geschäft mit inländischen Abnehmern (+ 13,0 % auf 8,6 Mrd. €) doppelt so hoch aus wie mit Kunden aus dem Ausland (+ 6,3 % auf 9,2 Mrd. €). Die Erlöse, die über Partner aus dem Euroraum generiert wurden, betrugen 3,2 Milliarden Euro (+ 1,9 %). Mit Drittländern wurden sechs Milliarden Euro und damit neun Prozent mehr als im Juli 2021 erwirtschaftet.

Produktionspläne zum Teil wieder erhöht
In den ersten sieben Monaten dieses Jahres summierten sich die aggregierten Branchenerlöse auf 123,8 Milliarden Euro, womit sie den Vorjahreswert um 9,1 Prozent übertrafen. Der Inlandsumsatz legte hier um 12,2 Prozent auf 58,8 Milliarden Euro zu, der Auslandsumsatz um 6,5 Prozent auf 65,0 Milliarden Euro. Die Geschäfte mit dem Euroraum expandierten zwischen Januar und Juli um 3,8 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro, die mit Kunden aus Drittländern um 8,2 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro. Als Ergebnis der Auftragszuwächse setzten viele Branchenunternehmen ihre Produktionspläne im August wieder herauf.

Aktuelle Lage gut, Erwartungen trüben sich jedoch ein
Obwohl sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im August im Vergleich zum Vormonat kaum veränderte, fiel zwar die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage besser aus als noch im Juli 2022. Die Erwartungen verschlechterten sich jedoch. So gaben 50 Prozent der Unternehmen der Branche an, ihre wirtschaftliche Situation sei gut. 45 Prozent beschrieben sie als stabil und fünf Prozent als schlecht. Mit Blick auf die nächsten sechs Monate erwarten elf Prozent der Unternehmen anziehende Geschäfte. 52 Prozent rechnen mit gleichbleibenden und 37 Prozent sogar mit rückläufigen Aktivitäten.

Quelle: ZVEI / ZVEH

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